Mall-Umwelt-Lexikon für Regenwasser, Abscheider und Holzpellets

Mit dem Umwelt-Lexikon erklären wir Ihnen Begriffe aus den Produktbereichen Regenwasserbewirtschaftung, Abscheider, Kleinkläranlagen und Neue Energien.

67 Begriffe
 

Abwasserbeseitigung

Bezeichnet zunächst die „Beseitigung“ bzw. Ableitung von Wasser, von den Stellen, an denen es nicht mehr gebraucht wird oder zu Beschädigungen führt.
Zur Beseitigung können öffentliche Kanäle mit anschließender Abwasserreinigung erforderlich sein, je nach Abwasserbeschaffenheit kommt aber auch die direkte, unbehandelte Einleitung (bei unverschmutztem Regenwasser) oder eine Behandlung direkt am Entstehungsort zum Einsatz.

Aus Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG) WHG
Ausfertigungsdatum: 31.07.2009

§ 54 Abwasser, Abwasserbeseitigung

(2) Abwasserbeseitigung umfasst das Sammeln, Fortleiten, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln von Abwasser sowie das Entwässern von Klärschlamm in Zusammenhang mit der Abwasserbeseitigung. Zur Abwasserbeseitigung gehört auch die Beseitigung des in Kleinkläranlagen anfallenden Schlamms.

Abwasserbiologie

Im Lehrgebiet der Abwasserbiologie werden biologische Prozesse der Organismen (z.B. Mikroorganismen, Pilze) und den Lebensbedingungen in einem Abwasser oder einem mit Abwasser verunreinigten natürlich Gewässer und deren Verschmutzungsgrad behandelt. Siehe auch biologische Abwasserreinigung.

Abwassereinleitung

Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG) WHG
Ausfertigungsdatum: 31.07.2009

§ 57 Einleiten von Abwasser in Gewässer<//span>

(1) Eine Erlaubnis für das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Direkteinleitung) darf nur erteilt werden, wenn

1. die Menge und Schädlichkeit des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist,

2. die Einleitung mit den Anforderungen an die Gewässereigenschaften und sonstigen rechtlichen Anforderungen vereinbar ist und

3. Abwasseranlagen oder sonstige Einrichtungen errichtet und betrieben werden, die erforderlich sind, um die Einhaltung der Anforderungen nach den Nummern 1 und 2 sicherzustellen.

(2) Durch Rechtsverordnung nach § 23 Absatz 1 Nummer 3 können an das Einleiten von Abwasser in Gewässer Anforderungen festgelegt werden, die nach Absatz 1 Nummer 1 dem Stand der Technik entsprechen. Die Anforderungen können auch für den Ort des Anfalls des Abwassers oder vor seiner Vermischung festgelegt werden. Für vorhandene Einleitungen legt die Rechtsverordnung abweichende Anforderungen fest, soweit die danach erforderlichen Anpassungsmaßnahmen unverhältnismäßig wären.

(3) Entsprechen vorhandene Abwassereinleitungen nicht den Anforderungen nach Absatz 2 oder entsprechenden Anforderungen der Abwasserverordnung in ihrer am 28. Februar 2010 geltenden Fassung, so sind die erforderlichen Anpassungsmaßnahmen innerhalb angemessener Fristen durchzuführen.

Abwasserreinigung

Biologische Abwasserreinigung
Abbau von organischen Substanzen durch Mikroorganismen, anaerob oder aerob in Belebtschlamm-, SBR-Anlagen oder auf sogenannten biologischen Rasen in Tropfkörpern oder Festbettanlagen. Geschieht in Kläranlagen durch technisch intensivierte, biologische Selbstreinigung. Die im Abwasser enthaltenen organischen Bestandteile werden in der biologischen Abwasserreinigung einem Abbauprozess unterzogen. Der Abbau erfolgt durch Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in Verbindung mit Sauerstoff. Dabei entstehen durch Umwandlungsprozesse anorganische Verbindungen (z.B. Kohlenstoffdioxid oder Wasser) und eine beständige Biomasse. Letztere sinkt im Nachklärbecken zu Boden und wird dort als Rücklaufschlamm bzw. Überschussschlamm aus dem Wasser entfernt und weiterverarbeitet. Dieser Prozess geht ohne Störung vor sich, so lange die Kleinstlebewesen vor Säuren, Laugen und Giftstoffen geschützt sind und ihnen mit dem Abwasser stets neue Nahrung und genügend Sauerstoff zugeführt wird. In ausreichend bemessenen und sorgfältig betriebenen mechanisch-biologischen Kläranlagen können Abwässer so weit gereinigt werden, dass Fische darin leben können. In Kläranlagen, die den Regeln der Technik entsprechen, werden nur 90 % der Schmutz- bzw. Schadstoffe und Krankheitserreger aus dem Abwasser entfernt. Dort, wo die Restbelastung aus städtischen oder industriellen Abwässern noch zu hoch ist und/oder die Selbstreinigungskraft des aufnehmenden Gewässerns (Vorfluter) übersteigt, wird eine weitergehende Abwasserreinigung (Dritte Reinigungsstufe) notwendig.

Chemische Abwasserreinigung

Abwasserbehandlung mit Chemikalien (Flockungs- und Fällmittel) zur Entfernung von Abwasserinhaltsstoffen (z.B. Phosphaten) und zur Neutralisation saurer oder basischer Abwässer.

Abwassersatzung

Eine Entwässerungssatzung oder Abwassersatzung ist eine Regelung der Randbedingungen für die Entwässerung von Grundstücken und zum Teil auch ihrer Finanzierung. Oftmals wird aber die Finanzierung gesondert geregelt (Abwassergebührensatzung). Hoheitlich wird die Abwassersatzung von den Städten und Gemeinden aufgestellt.

Abwassertechnische Vereinigung (DWA)

Die Abwassertechnische Vereinigung (ATV) wurde am 10. Mai 1948 gegründet. Ein Kernstück der Tätigkeit der ATV war die berufliche Bildung der Mitarbeiter an abwassertechnischen Anlagen, um diesen das nötige Wissen für eine ordnungsgemäße Bedienung der Anlagen zu vermitteln. Ein weiteres Kernstück war das ATV-Regelwerk Abfall-Abwasser. Durch dieses Regelwerk wurden die Qualität der Planung, der Bau und der Betrieb von Abwasser- und Abfallanlagen stark verbessert. Durch den Zusammenschluss der Abwassertechnischen Vereinigung e.V. (ATV) und des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau e.V. (DVWK) entstand am 1. Januar 2000 die ATV-DVWK, die sich 2004 in Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) umbenannte.

Abwasserverordnung

Abwasserverordnung (AbwV): Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser.

Abwasserzweckverbände

Vereinigungen mit dem Ziel, die Reinigung von Abwässern aus verschiedenen Betrieben oder Gemeinden gemeinschaftlich durchzuführen, z. B. in einem sogenannten Gruppenklärwerk für mehrere Orte. Eine Form der Abwasserzweckverbände stellen Wasser- und Bodenverbände (Genossenschaften) dar. In diesen Verbänden können auch natürliche und juristische Personen des Privatrechts wie Grundstückseigentümer, Bergwerke oder Industriegebiete Mitglieder sein bzw. zwangsweise beigezogen werden. Abwasserzweckverbände sollen durch Zusammenlegen der Abwasserentsorgung die Reinigung von Abwasser wirtschaftlicher gestalten. Abwasserzweckverbände sollen durch Zusammenlegen der Abwasserentsorgung die Kosten verringern.

AdBlue

Wässerige Harnstofflösung, Zusatz zu Dieselkraftstoff, der die Rückstände bei der Verbrennung minimiert. AdBlue (ISO 22241/ DIN 70070/AUS32) ist der Markenname für eine wasserklare, synthetisch hergestellte, 32,5-prozentige Lösung von hochreinem Harnstoff in demineralisiertem Wasser, die zur Nachbehandlung von Abgasen in einem SCR-Katalysator benutzt wird. Dabei wird durch selektive, katalytische Reduktion (englisch = selective catalytic reduction, SCR) der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) um etwa 90 % (im Stationärbetrieb) reduziert. Die Markenrechte für AdBlue liegen beim Verband der Automobilindustrie (VDA).

Adsorption

Als Adsorption bezeichnet man die Anreicherung von Stoffen aus Gasen oder Flüssigkeiten an der Oberfläche eines Festkörpers, allgemeiner an der Grenzfläche zwischen zwei Phasen. Davon unterscheidet sich die Absorption, bei der die Stoffe in das Innere eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit eindringen.