Mall-Umwelt-Lexikon für Regenwasser, Abscheider und Holzpellets

Mit dem Umwelt-Lexikon erklären wir Ihnen Begriffe aus den Produktbereichen Regenwasserbewirtschaftung, Abscheider, Kleinkläranlagen und Neue Energien.

67 Begriffe
 

Abbau

Chemische Verbindungen werden durch physikalische, chemische und/oder biologische Vorgänge in einfacher gebaute Stoffe zersetzt.
Zersetzung (oder Abbau, Degradierung) bedeutet in der Chemie und Biologie die Zerlegung einer chemischen Verbindung in kleinere Moleküle oder gar die Elemente durch physikalische, chemische oder biologische Einflüsse. Daher unterscheidet man die physikalische Zersetzung bzw. thermische Zersetzung, die chemische Zersetzung und die biologische Zersetzung bzw. den biologischen Abbau.

Der für die Abwasserreinigung relevante biologische Abbau unterteilt sich in:
Abbau, aerober
Abbau von Stoffen durch Bakterien und andere Kleinstlebewesen unter Verbrauch von Luftsauerstoff, z. B. in Belebungsbecken (SBR), Tropfkörpern, biologischen Festbetten, oder in der Kompostierung von Abfällen.

Abbau, anerober
Abbau von Stoffen durch Bakterien und andere Kleinstlebewesen, bei dem kein Sauerstoff verbraucht wird. Hierzu zählen die Vorgänge in Faultürmen oder Biogasanlagen.

Abbaugrad

Verhältnis einer aktuell in einer Lösung vorgefundenen Konzentration bezogen auf die Ausgangskonzentration am Anfang des Abbauprozesses.

Abfiltrierbare Stoffe (AFS)

Sind Feststoffe, die bei der Filtration einer Wasserprobe mit einer Filterfeinheit von 0,45 μm zurückgehalten werden.

Abrieb

Unter Abrieb (auch Abrasion genannt) versteht man den durch Gebrauch oder Transport entstandenen Materialverlust an der Oberfläche von Lacken, Geweben und anderen Stoffen. Der Abrieb wird durch mechanische Beanspruchung, beispielsweise Reibung, verursacht und erzeugt meist sehr kleine Partikel (Staub). In der Materialwissenschaft gilt er als Verschleiß.

Bei Holzpellets versteht man unter Abrieb den Feinanteil von Pellets. In der Qualitätsnormen DINplus und Ö-Norm 7135 ist der maximal zulässige Abrieb mit < 2,3 Prozent festgelegt. Je geringer der Abrieb, desto größer ist der Heizwert der Pellets.

Abscheider

Die Abscheidung als mechanisches Trennverfahren dient zum Trennen von Stoffgemischen (z. B. Emulsionen, Suspensionen oder Aerosole). Das (in der Praxis oft nicht zu erreichende) Ziel ist hierbei die vollständige Entfernung eines oder mehrerer Bestandteile des Stoffgemisches. Die Abscheidungsvorrichtung wird auch als Abscheider bezeichnet.

Ein Ölabscheider (auch als Leichtflüssigkeits- bzw. Benzinabscheider bekannt), ist eine Abwasserbehandlungsanlage in Form eines Beckens, in dem Öle durch Aufschwimmen abgeschieden werden. Vor dem Ablauf befindet sich daher eine Tauchwand, unter der das Öl freie Abwasser durchtreten muss.

Absetzbare Stoffe

Stoffe, die sich aufgrund ihrer Dichte und Korngröße innerhalb einer definierten Zeit vom umgebenden Medium trennen und sich am Boden niederschlagen.

Absetzbecken

Becken, die zur Entfernung der absetzbaren Stoffe aus dem Medium eingesetzt werden.

Abwasser

Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG)
Ausfertigungsdatum: 31.07.2009

§ 54 Abwasser, Abwasserbeseitigung

(1) Abwasser ist

1. das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte Wasser und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende Wasser (Schmutzwasser) sowie

2. das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser). Als Schmutzwasser gelten auch die aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretenden und gesammelten Flüssigkeiten.

Abwasserabgabegesetz

Bundesgesetz von 1976, wirksam ab 01.01.1981. Für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer ist eine Abwasserabgabe zu zahlen. Diese Abgabe richtet sich nach der Schädlichkeit des Abwassers, die unter Zugrundelegung der Abwassermenge, der darin enthaltenen Metalle, Quecksilber und Cadmiumverbindungen, der oxidierbaren Stoffe und der Giftigkeit des Abwassers gegenüber Fischen in Schdeinheiten errechnet wird (Vergl. AbwAG).

Abwasserbehandlung

Ziel der Abwasserbehandlung ist eine Beseitigung der Abwasserinhaltsstoffe und eine Wiederherstellung der natürlichen Wasserqualität. Nach § 57 WHG muss Abwasser vor der Einleitung in ein Gewässer (Direkteinleitung) nach dem Stand der Technik behandelt werden. Mindestanforderungen für bestimmte Industriebranchen werden konkret in der Abwasserverordnung genannt. Die Einleitung in öffentliche Abwasseranlagen (Indirekte Einleitung) wird durch § 58 WHG bestimmt.

Die Abwasserbehandlung umfasst alle Techniken mit dem Ziel der schadlosen Ableitung, Reinigung, Verwertung und Rückgewinnung von wiederverwendbaren Wertstoffen zur Senkung des Abwasseranfalls.